Institut für Frauenspezifische
Psychotherapie
Seit Mai 2007 trägt die psychotherapeutische Arbeit von Frauen beraten Frauen
eine explizite Bezeichnung.
Institut für Frauenspezifische Psychotherapie (IFP)
Was ist Frauenspezifische Psychotherapie?
Frauenspezifische Psychotherapie ist Psychotherapie von Frau zu Frau.
Sie ist keine eigene Methode, sondern wird geprägt vom Bewusstsein der Psychotherapeutin über ihre eigene
weibliche Identität und das gesellschaftliche Werden von Frauen. Das bloße Frausein allein reicht also nicht
aus für diese Spezialisierung, vielmehr bezieht die Therapeutin durch ihre persönliche Reflexion der
gesellschaftlichen Verhältnisse die Position einer differenzierten Parteilichkeit.
Die Psychotherapeutinnen des Institutes für Frauenspezifische Psychotherapie (IFP) arbeiten vor dem
Hintergrund ihrer fachlichen Qualifikation in unterschiedlichen psychotherapeutischen Methoden: Person- und
Klientinnenzentrierte Gesprächspsychotherapie, Psychoanalyse, Verhaltenstherapie, Gestalttherapie,
Katathym Imaginative Psychotherapie, Psychodrama, Systemische Paar- und Familientherapie.
Zusatzqualifikationen: Borderlinestörungen, Krisenintervention, Essstörungen, Traumatherapie,
körper-orientierte Methoden, Psychosomatik, Frauenspezifische Sozialtherapie, Mediation, Coaching,
Supervision.
Da bei der Frauenspezifischen Therapie dieses spezielle Bewusstsein den Blick auf die Themen bestimmt, ist
es in jedem Moment der therapeutischen Beziehung wirksam.
Es ist Aufgabe der Frauenspezifischen Psychotherapeutin, die gesellschaftliche Dimension immer mitzubedenken
und Zusammenhänge zwischen inneren Konflikten und gesellschaftlichen Ansprüchen herzustellen und klar zu
benennen.
Bei der Frauenspezifischen Psychotherapie richtet sich der Fokus beispielsweise
auf folgende Themen:
- Der weibliche Körper als autoaggressiver Austragungsort verschiedenster Konflikte und die Entwicklung diverser Störungen wie z.B. psychosomatischer Erkrankungen, Essstörungen, Selbstverletzungen, Depressionen, Angststörungen (u.a. durch gelernte Hilflosigkeit).
- Kritik an der fehlenden Auseinandersetzung mit weiblicher Sexualität und die Thematisierung von weiblicher Lust.
- Tolerante Betrachtung von vielfältigen Lebens- und Liebesformen.
- Kritik an einer einseitigen Normierung von weiblichen Verhaltensweisen. So sind etwa Durchsetzungsvermögen und Zielstrebigkeit allgemein keine positiv besetzten Eigenschaften von Frauen, im Gegensatz zu Harmoniestreben.
- Thematisierung und Enttabuisierung einer strukturellen sexualisierten Gewalt an Frauen und Kindern: Sexueller Missbrauch, Vergewaltigung (auch in Beziehungen, in der Ehe), sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, sexuelle Übergriffe in der Therapie.
- Kritik an einer traditionellen Aufspaltung der Lebenswelten Frauenwelt - Familie, Männerwelt - Beruf und Öffentlichkeit. Es geht um das Infragestellen der Hauptverantwortlichkeit von Frauen für die Kindererziehung (halbe/halbe).
- Armut ist weiblich, Frauen verdienen noch immer ca. 30 % weniger als Männer. Wegen unbezahlter Erziehungszeiten erwartet Frauen ein vorhersehbarer Nachteil in der Pension, und es besteht hohe Armutsgefährdung nach einer Scheidung.
- Aufwertung von Frauennetzwerken - Frauenfreundschaften, berufliche Lobbies für Frauen; die Beachtung der Mehrgenerationenperspektive (Großmutter, Mutter, Tochter)
Wir verstehen Frauenspezifische Psychotherapie als Instrument und Möglichkeit von Entwicklung und Wachstum.
Dadurch finden frauenspezifische Anliegen selbstverständlichen Eingang in die Psychotherapie und Frauen können
die eigene Bewertung ihrer Lebenswirklichkeit vornehmen.
Um unseren Klientinnen kostenlose Psychotherapie anbieten zu können, bemühen wir uns seit 1994 um einen
Vertrag für Psychotherapie bei der Wiener Gebietskrankenkasse. Derzeit noch vergeblich, aber wir sind
zuversichtlich, dass uns dies in nächster Zukunft gelingen wird!
Das Team
Mag.a Karin Macke, Pädagogin (Germanistik und Anglistik), personzentrierte
Psychotherapeutin (IPS), ausgebildete Schreibwerkstättenleiterin
Schwerpunkte: Schreiben und Therapie, Stress und Burn-Out-Prophylaxe,
Vereinbarkeit von Beruf und Familie,
(Wieder)-Entdecken des kreativen Potentials
Mag.a Ursula Narath, Psychologin, Klinische und Gesundheitspsychologin,
Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie), Psychoanalytikerin (Wr. Arbeitskreis für Psychoanalyse);
therapeutische
Schwerpunkte: Sucht, Angst und Depression, Sexualität,
Supervision und Konzeptberatung für soziale Einrichtungen
DSA in Margot Scherl MAS, Dipl. Sozialarbeiterin, Psychotherapeutin für Gesprächstherapie
und frauenspezifische Sozialtherapie (BRD), Supervisorin (ÖVS)
Fortbildungen zu: Sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen (Münster),
Gruppenanalyse (ÖAGG), Essstörungen,
Traumatherapie (Reedemann, Sachsse)
Mag.a Barbara Zach, Juristin, klientenzentrierte
Psychotherapeutin i.A.u.S. (ÖGwG)
Fortbildungen zu: Gruppenanalyse (ÖAGG)
Freie Mitarbeiterinnen
Michaela Berger, Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision
Dr.in Aimée COLINS, Ärztin, Psychotherapeutin in Ausbildung
unter Supervision für Integrative Gestalttherapie (IGWien)
Dr.in Rosita Anna Ernst, Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision
Mag.a Alexandra Koch, Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision
Fachartikel
Beatrix Wimmer (2008): Hat das Trauma ein Geschlecht?
Genderspezifische Bewältigungsstrategien nach traumatisierenden Gewalterfahrungen
aus der Sicht gestalttherapeutischer Theorie
Erschienen in : H. Anger, P. Schultess, (Hg) (2008): Gestalt-Traumatherapie. EHP Verlag, Bergisch Gladbach.
Traude Ebermann (2005): Nach 50 Jahren Katathym Imaginative
Psychotherapie - Weiblichkeit explizit ins Bild!
Erschienen in: L.Kottje-Birnbacher, E.Wilke, K.Krippner, W. Dieter (Hrsg.) (2005): Mit Imaginationen therapieren.
Neue Erkenntnisse zur Katathym Imaginativen Psychotherapie. Pabst Science Publishers. Lengerich.
Traude Ebermann (2001): Jahrhundert der
Frauen - Ja, hunderte Frauen!
Erschienen in: Imagination 1/2001 (S.37-61)
Kosten der Psychotherapie
Die Honorare für Psychotherapie variieren je nach Psychotherapeutin oder Psychotherapeuten. Es ist daher
wichtig sich beim Erstgespräch über die Kosten zu informieren.
Die Verrechnung mit den Krankenkassen ist über zwei Modelle möglich:
1. Zuschuss durch die Krankenkasse
2. Volle Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Die Regelungen der verschiedenen Krankenkassen sind zum Teil unterschiedlich. Erkundigen Sie sich
diesbezüglich bei Ihrer zuständigen Krankenkasse.
1. Bei der Wiener Krankenkasse können Sie derzeit ¤ 21,80.- als Zuschuss pro Therapiestunde beantragen,
sofern Ihre Psychotherapeutin oder Ihr Psychotherapeut feststellt, dass eine "krankheitswertige
Störung" vorliegt. Diese "krankheitswertige Störung" müssen Sie sich vor der zweiten
Psychotherapiesitzung von Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt (oder von Ihrer Psychiaterin oder Ihrem
Psychiater) bestätigen lassen. Das ist formlos oder mittels eines gelben Formulars bei Ihrer
Psychotherapeutin oder Ihrem Psychotherapeuten möglich.
Nach der 5. Sitzung (gilt für die WGKK) ist der "Antrag auf Kostenzuschuss wegen Inanspruchnahme
einer freiberuflich niedergelassenen Psychotherapeutin oder eines freiberuflich niedergelassenen
Psychotherapeuten" von Ihnen einzureichen. Dieser Antrag muss teilweise von Ihrer Psychotherapeutin
oder Ihrem Psychotherapeuten ausgefüllt werden und die ärztliche Bestätigung ist beizulegen. In der
Regel genehmigt die WGKK eine gewisse Anzahl an Stunden. Sind weitere Sitzungen nötig, so können Sie
einen Nachfolgeantrag stellen.
Bei Gewährung des Antrages wird der Zuschuss an Sie nach Einreichung der Honorarnote der Psychotherapeutin
oder des Psychotherapeuten bei der WGKK überwiesen.
2. Es gibt die Möglichkeit, Psychotherapie zu machen, deren Kosten die Krankenkassen zur Gänze übernehmen.
Diese Plätze sind sehr begrenzt und können nicht von allen PsychotherapeutInnen angeboten werden.
Auskünfte dazu erhalten Sie in Wien bei der Wiener Gesellschaft für psychotherapeutische Versorgung
(www.psychotherapie-wien.at).