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BuchcoverPörksen, Bernhard (Hg.):

Schlüsselwerke des Konstruktivismus.
Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften 2011
http://www.vs-verlag.de/

Die Realität ist für eine tibetanische Nonne nicht dieselbe wie für einen Broker an der Wall Street. Wir haben keinen Zugang zu einer absoluten Wahrheit, wir konstruieren unsere Welt im Erkennen. Aus dieser Annahme haben sich eine Reihe differenzierter Theorien über unsere Denk- und Wahrnehmungsweisen entwickelt, die beispielsweise als Systemtheorie Eingang in die unterschiedlichsten Wissenschafts- und Alltagsbereiche Eingang gefunden haben. Unsere Beziehungen als System zu betrachten, in dem keiner die Position der einig gültigen Wahrheit vertritt sondern alle Beteiligten ihre jeweils subjektive Perspektive und Interpretation haben, kann uns wieder beweglich und gestaltungsfähig machen.
Was konstruiert ist, lässt sich auch verändern. Die gemeinsame – auch politische - Herausforderung der hier versammelten Texte ist das „alles könnte auch ganz anders sein“ zu denken und so im Sinne Heinz von Förster die eigenen Möglichkeiten stets zu vermehren.
Die schlüssige Gliederung des Bandes verschafft einen guten Überblick über die Entwicklungen konstruktivistischen Denkens von philosophischen Klassikern (Kants Kritik der reinen Vernunft) als Vorläufern über die differenzierten Konzepte zur gesellschaftlichen Konstruktion von Wirklichkeit bis hin zu den Anwendungen dieser in Literatur- und Medienwissenschaft, Sozialer Arbeit und Systemischer Therapie.
Der Band beinhaltet kompakte und gut verständliche Zusammenfassungen und kritische Kommentare zu Grundlagentexten von Paul Watzlawick, Humberto Maturana, Heinz von Förster, Niklas Luhmann, Ernst von Glasersfeld, Karin Knorr-Cetina und vielen anderen.
Fazit: Eine empfehlenswerte Sammlung von einflussreichen Texten des Konstruktivismus aus den Natur-, Geistes und Sozialwissenschaften, die die Lust am (unkonventionellen) Denken und In-Frage-Stellen gewohnter Sichtweisen anregen. Neue Sichtweisen ermöglichen neue Wege und erweitern unseren Handlungsspielraum.

Bettina Zehetner

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